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Montag, 16. November 2009
Robert Enke
Mir persönlich hat Robert Enke nichts gegeben. Ich kannte ihn vorher nicht und mittlerweile wünsche ich mir, ich würde ihn auch jetzt nicht kennen. Robert Enke ist sicher einer der beliebtesten Personenschäden des Jahrzents. Letztendlich hat ihn aber die Torwartmentalität das Leben gekostet. Nichts durchlassen, um keinen Preis - aber lieber Robert, Züge, die musst du durchlassen. Den Zug hält selbst ein Olli Kahn nicht auf.
Dienstag, 10. November 2009
Lebende Vorurteile zum Mauerfall
Als ehemaliger Wessi, der jetzt im Osten studiert, fand ich das noch abschließend ganz schön;
Vorhin ruft meine Mutter an, dass im Fernsehen tolle Berichte vom Brandenburger Tor kommen, ich solle sie doch mal einschalten, wenn ich "da" ZDF empfangen könnte.
Nebst Strom, Kabelfernsehen und sogar Internet, bietet der Osten fast den gleiche Comfort wie der Westen, auch wenn sich meine Mutter mit der Vorstellung schwer tut. Die Gute.
Vorhin ruft meine Mutter an, dass im Fernsehen tolle Berichte vom Brandenburger Tor kommen, ich solle sie doch mal einschalten, wenn ich "da" ZDF empfangen könnte.
Nebst Strom, Kabelfernsehen und sogar Internet, bietet der Osten fast den gleiche Comfort wie der Westen, auch wenn sich meine Mutter mit der Vorstellung schwer tut. Die Gute.
Donnerstag, 17. September 2009
Wählen oder sterben?
Ich mache mir Gedanken. Oft. Viel. Manchmal auch wenig und selten aber zu Zeiten der Wahlen muss man ja leider gezwungenermaßen wieder den Denkapparat einschalten und sich einen Grund ausdenken, warum man nicht hin geht. Nicht zur Wahl gehen tötet nämlich Robbenbabys und ist antisemitisch. Da argumentiert man besser geschickt, um nicht da zu stehen wie der Dödel vom Dienst, der Robbenbabys tot sehen mag und auch noch Antisemit ist! Nein sowas! Unerhört.
Ich habe einige Bekannte, die meinen, mich mit ihrem "Meine Stimme zählt" Quatsch nerven zu müssen. Talk about passiv aggressiv.
Ja, ich geh nicht zur Wahl. Ich unterstütze die Demokratie nicht, obwohl ich voll für die Herrschaft des Demos bin und so. Alle Macht dem Demos! Weil wenn man aus dem Fenster schaut auf die Straße, ein paar Minuten beobachtet was da so vorbei geht denkt man doch sofort: "Ja! Davon mag ich mich wohl regieren lassen!"
Meine Argumentation bleibt trotzdem bestehen: Zur Wahl gehen ist garstig. Wer wählt unterstützt den exzessiven Gebrauch von Papier zum feststellen der Endergebnisse, was nicht nur unzählige Bäume tötet, der Umwelt schadet, sondern bei Wählern der Grünen dafür Sorgen sollte, dass sie der Blitz beim kompostieren trifft.
(1) Wählen schadet der Umwelt
Wer wählt setzt sich auch der Gefahr aus, eine ansteckende Krankheit zu erhaschen. Mit Schweinegrippe, Vogelgrippe und Wasweißichgrippe überall in der Luft bieten große Menschenansammlungen quasi traumhafte Ansteckungsherde und Inkubationszentren für fleißige Viren. Wer also wählt kann womöglich virulent infiziert werden und sterben.
(2) Wählen schadet ihrer Gesundheit
Wählen ist antisemitisch. Ja, nicht nicht-wählen ist antisemitisch sondern gerade wählen gehen. Schließlich wurde Adolf Hitler auch demokratisch gewählt, insofern weiß ich gar nicht warum der demokratische Prozess noch legal sein kann, wenn ihn die Nazis so für ihre Zwecke missbraucht haben. Das zu leugnen sollte auch illegal sein. Das ist schließlich historischer Fakt. Wer wählt, der unterstützt Nazis
(3) Wählen ist antidemokratisch
Da Nazis gewählt wurden, und alles, was mit Nazis zusammenhängt als antidemokratisch angehaucht betrachtet werden muss, existiert der demokratische Prozess als solches in einem Vakuum der Paradoxie: Demokratie ist undemokratisch. Ergo müsste das System sich selbst annihilieren um Sinn zu ergeben. Folge:
(4) Wer wählt unterstützt Sinnlosigkeit und Anarchie
Was uns zum letzten Punkt führt: Wählen ist schlecht für die Gemüter der Menschen. Es kann meist nur eine Partei gewinnen, die dann zähneknirschend noch einen gesinnungsverwandten Parteihaufen mit ins Kanzleramt nimmt um Kanzler sein zu dürfen. Aber die meisten Menschen werden am 27. Verlierer sein. Depressionsraten gehen nach oben, was das Gesundheitswesen belastet - Konzentrationsschwäche und vermehrte Krankheit führen zu Milliardenverlusten in der Wirtschaft und zur Nichterfüllung der Maastrichtkriterien ergo auch Strafen für Deutschland. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise fatal.
(5) Wer wählt schadet Deutschland finanziell
und unwiderruflich auch
(6) Wählen ist unpatriotisch
Wer Deutschland Ok findet oder sogar mittelschwere Sympathie hegt, der kann nicht wollen, dass Deutschland finanziell gemaßregelt wird wegen Wählens.
6 gute Gründe nicht zur Wahl zu gehen.
Ich habe einige Bekannte, die meinen, mich mit ihrem "Meine Stimme zählt" Quatsch nerven zu müssen. Talk about passiv aggressiv.
Ja, ich geh nicht zur Wahl. Ich unterstütze die Demokratie nicht, obwohl ich voll für die Herrschaft des Demos bin und so. Alle Macht dem Demos! Weil wenn man aus dem Fenster schaut auf die Straße, ein paar Minuten beobachtet was da so vorbei geht denkt man doch sofort: "Ja! Davon mag ich mich wohl regieren lassen!"
Meine Argumentation bleibt trotzdem bestehen: Zur Wahl gehen ist garstig. Wer wählt unterstützt den exzessiven Gebrauch von Papier zum feststellen der Endergebnisse, was nicht nur unzählige Bäume tötet, der Umwelt schadet, sondern bei Wählern der Grünen dafür Sorgen sollte, dass sie der Blitz beim kompostieren trifft.
(1) Wählen schadet der Umwelt
Wer wählt setzt sich auch der Gefahr aus, eine ansteckende Krankheit zu erhaschen. Mit Schweinegrippe, Vogelgrippe und Wasweißichgrippe überall in der Luft bieten große Menschenansammlungen quasi traumhafte Ansteckungsherde und Inkubationszentren für fleißige Viren. Wer also wählt kann womöglich virulent infiziert werden und sterben.
(2) Wählen schadet ihrer Gesundheit
Wählen ist antisemitisch. Ja, nicht nicht-wählen ist antisemitisch sondern gerade wählen gehen. Schließlich wurde Adolf Hitler auch demokratisch gewählt, insofern weiß ich gar nicht warum der demokratische Prozess noch legal sein kann, wenn ihn die Nazis so für ihre Zwecke missbraucht haben. Das zu leugnen sollte auch illegal sein. Das ist schließlich historischer Fakt. Wer wählt, der unterstützt Nazis
(3) Wählen ist antidemokratisch
Da Nazis gewählt wurden, und alles, was mit Nazis zusammenhängt als antidemokratisch angehaucht betrachtet werden muss, existiert der demokratische Prozess als solches in einem Vakuum der Paradoxie: Demokratie ist undemokratisch. Ergo müsste das System sich selbst annihilieren um Sinn zu ergeben. Folge:
(4) Wer wählt unterstützt Sinnlosigkeit und Anarchie
Was uns zum letzten Punkt führt: Wählen ist schlecht für die Gemüter der Menschen. Es kann meist nur eine Partei gewinnen, die dann zähneknirschend noch einen gesinnungsverwandten Parteihaufen mit ins Kanzleramt nimmt um Kanzler sein zu dürfen. Aber die meisten Menschen werden am 27. Verlierer sein. Depressionsraten gehen nach oben, was das Gesundheitswesen belastet - Konzentrationsschwäche und vermehrte Krankheit führen zu Milliardenverlusten in der Wirtschaft und zur Nichterfüllung der Maastrichtkriterien ergo auch Strafen für Deutschland. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise fatal.
(5) Wer wählt schadet Deutschland finanziell
und unwiderruflich auch
(6) Wählen ist unpatriotisch
Wer Deutschland Ok findet oder sogar mittelschwere Sympathie hegt, der kann nicht wollen, dass Deutschland finanziell gemaßregelt wird wegen Wählens.
6 gute Gründe nicht zur Wahl zu gehen.
Dienstag, 1. September 2009
Schauspielerin trägt tote Katze als Handtasche
Grade bei GMX gelesen, und natürlich der Aufreger schlechthin. Wenn es der Miezekatze an den Kragen geht, verstehen die Deutschen keinen Spaß mehr und halten sich auch mit Kommentaren nicht zurück.
Für solche Momente lebe ich: Morgens die Kommentare zum Artikel "Schauspielerin trägt tote Katze als Handtasche" lesen. Da offenbaren viele wie sie wirklich sind, was meist eher in Richtung doof tendiert. Das erinnerte nämlich mal eben schwer an die holländische Künstlerin Tinkebell (Katinka Simonsen), die ihre Katze auch zu einer Handtasche verarbeitet hat. Unter anderem. Sie hat auch noch andere Sachen gemacht, aber die lasse ich grade mal außen vor.
Sie wollte auf die Scheinheiligkeit vieler hinweisen, die jeden Tag Tiere konsumieren - in Form von Fleisch, Leder oder ä. - aber sich mit Frechheiten überschlagen, wenn eine Frau ihre Katze killt und ne hübsche Tasche draus macht. Das find ich gut, so sind nämlich die meisten Leute. Aber die Leute, die sowas machen, dann mit vulgären Ausdrücken gegen die Künstlerin wettern und aufrufen, sie zu ermorden, sind meist Menschen, die dem vollen Verständnis von Ironie nicht wirklich gewahr sind.
Sie müssten nämlich verstehen, dass sie doppelzüngige Nichtsnutze sind, was sie aber leider nicht tun. Und da trifft die Kunst leider auf Granit. Die Meisten Menschen haben recht ebene Horizonte, die ins zweidimensionale abgleiten. Darf Kunst alles?? Wo ziehen wir die Grenze?? Werden wir bald Menschen für die Kunst töten? Derlei Fragen werden dann gestellt.
Warum es so schlimm sein soll Menschen für die Kunst zu töten weiß ich noch nicht, immerhin besser als sie zum Spaß zu töten, was wir, ehrlich gesagt, ja sowieso jeden Tag tun. Manch Pistolenperforierter wäre vielleicht froh, wenn er von der Hand eines Künstlers gemeuchelt worden wäre, statt von jemandem mit einer schwarzen Skimaske. Aber das muss vorerst noch nicht sein. Aber als Gedanke zum festhalten reicht es allemal.
Jedenfalls ist von "Die Alte hat nen Hau und sollte schleunigst weg!" bis "Ihr esst jeden Tag unschuldige Tiere, denkt da mal drüber nach!" alles dabei. Es ist, wie so oft, schade, dass die realistische Auseinandersetzung mit einem Thema wie immer im Sumpf der political correctness ersäuft.
Für solche Momente lebe ich: Morgens die Kommentare zum Artikel "Schauspielerin trägt tote Katze als Handtasche" lesen. Da offenbaren viele wie sie wirklich sind, was meist eher in Richtung doof tendiert. Das erinnerte nämlich mal eben schwer an die holländische Künstlerin Tinkebell (Katinka Simonsen), die ihre Katze auch zu einer Handtasche verarbeitet hat. Unter anderem. Sie hat auch noch andere Sachen gemacht, aber die lasse ich grade mal außen vor.
Sie wollte auf die Scheinheiligkeit vieler hinweisen, die jeden Tag Tiere konsumieren - in Form von Fleisch, Leder oder ä. - aber sich mit Frechheiten überschlagen, wenn eine Frau ihre Katze killt und ne hübsche Tasche draus macht. Das find ich gut, so sind nämlich die meisten Leute. Aber die Leute, die sowas machen, dann mit vulgären Ausdrücken gegen die Künstlerin wettern und aufrufen, sie zu ermorden, sind meist Menschen, die dem vollen Verständnis von Ironie nicht wirklich gewahr sind.
Sie müssten nämlich verstehen, dass sie doppelzüngige Nichtsnutze sind, was sie aber leider nicht tun. Und da trifft die Kunst leider auf Granit. Die Meisten Menschen haben recht ebene Horizonte, die ins zweidimensionale abgleiten. Darf Kunst alles?? Wo ziehen wir die Grenze?? Werden wir bald Menschen für die Kunst töten? Derlei Fragen werden dann gestellt.
Warum es so schlimm sein soll Menschen für die Kunst zu töten weiß ich noch nicht, immerhin besser als sie zum Spaß zu töten, was wir, ehrlich gesagt, ja sowieso jeden Tag tun. Manch Pistolenperforierter wäre vielleicht froh, wenn er von der Hand eines Künstlers gemeuchelt worden wäre, statt von jemandem mit einer schwarzen Skimaske. Aber das muss vorerst noch nicht sein. Aber als Gedanke zum festhalten reicht es allemal.
Jedenfalls ist von "Die Alte hat nen Hau und sollte schleunigst weg!" bis "Ihr esst jeden Tag unschuldige Tiere, denkt da mal drüber nach!" alles dabei. Es ist, wie so oft, schade, dass die realistische Auseinandersetzung mit einem Thema wie immer im Sumpf der political correctness ersäuft.
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Kurioses,
Nachtgedanken,
Politisch bewandert
Sonntag, 23. August 2009
Wasserflugzeugabsturz in Hamburg
Erscheine ich pietätlos, wenn ich sage, dass ein Wasserflugzeug, das ins Wasser Abstürzt, ja eigentlich nur dem Ruf seiner Bestimmung folgt?
Könnte man das nicht auch Luftflugzeug nennen? Vielleicht hätte man damit gutes Karma beschworen ...
Könnte man das nicht auch Luftflugzeug nennen? Vielleicht hätte man damit gutes Karma beschworen ...
Samstag, 22. August 2009
Dinge, wo verboten gehören
- Dekoabteilungen in Möbelgeschäften
- Bushido auf voller Lautstärke im Cabrio hören
- Schleimige Verkäufer, die einen ständig fragen ob sie einem helfen können, wenn man aber wirklich Hilfe braucht auf unerklärliche Weise verschwunden sind
- Tischplatten aus schwarzem Glas, mit buntem Glitzer drin. Disco is dead.
- Autofahrer aus Luxembourg
- Tätowiertes Gesocks und Prolltussis
- Krieg
- Deutschland sucht den Superstar und Dieter Bohlen
- Nervige Listen
- Bushido auf voller Lautstärke im Cabrio hören
- Schleimige Verkäufer, die einen ständig fragen ob sie einem helfen können, wenn man aber wirklich Hilfe braucht auf unerklärliche Weise verschwunden sind
- Tischplatten aus schwarzem Glas, mit buntem Glitzer drin. Disco is dead.
- Autofahrer aus Luxembourg
- Tätowiertes Gesocks und Prolltussis
- Krieg
- Deutschland sucht den Superstar und Dieter Bohlen
- Nervige Listen
Freitag, 21. August 2009
Tabus helfen keinem
Der Trierische Volksfreund, lokale Tageszeitung und Säge am Monopolfuton der Deutschen Post AG, hatte heute einen interessanten Artikel zu bieten, den ich aber nicht gelesen habe.
Die Überschrift hat aber impliziert, dass es um die Aufhebung von Tabus ging, und die zweite Überschrift, in etwas kleinerer Schrift, verriet, dass es um Krebs ging.
Was mich wundert. Ich dachte Krebs sei im Jahre 2009 garkein Tabu mehr. Viele sagen ja zum Beispiel: "Tumor ist wenn man trotzdem lacht", oder so. Man verspottet nicht die Opfer, sondern versucht ihnen ihre verzweifelte Lage nur durch ein wenig Selbererkenntnis zu versüßen, weil das Universum eben eine blöde Kuh ist, und alles per Zufall passiert, wenn sie sich wundern warum gerade sie. Warum nicht sie? Alles ist immer toll, solange man es selber nicht hat. Da haben die Menschen keine Konsistenz.
Wenn in Asien Schlammlawinen ganze Dörfer mitreißen wird in kleinen Seniorengrüppchen, die sich in Wohnsiedlungen morgens um 10 bilden während man in die Stadt einkaufen geht, gesagt, wie schlimm das Alles ist, und wieviel Mitgefühl man mit den armen Menschen hat. Wenn aber Omi morgens samt Einkaufsnetz weggespült würde, wäre das Geschrei groß und die Verzweiflung wäre den Geronten in ihre faltenzerfressenen Fratzen geschrieben. Also entweder findet man das in Asien vergleichsweise schlimm, oder man heuchelt keinerlei Mitgefühl. Bitte entscheiden.
Und zum Tabuthema Krebs: Ich habe gehört, dass es Menschen gibt, die Krebs haben. In unserer Gesellschaft wird krank sein aber gerne stigmatisiert, und die Leute nehmen Abstand, schauen Mitleidig und reißen einem die Spargelgläser aus der Hand, wenn man sie beim ersten Drehen nicht auf kriegt. Wer will das schon. Wer will schon dermaßen entmündingt und kommandiert werden, weil die Gesellschaft einen für nicht mehr herdenfähig hält.
Aber so geht es nicht nur Krebslingen. Auch andere Krankheitsgruppen sind ähnlich schwer auf dem Gemüt. Jeder, der eine normale Erkältung hat, wird ins Bett geschickt und seiner Verantwortung entmündigt. Es wird einem Essen gebracht und ständig fragen Menschen, ob man noch was möchte. Man könnte meinen, das man bald stirbt. Für Krebspatienten, zugegebenermaßen, ein wahrscheinlicheres Szenario. Die gemeine Erkältung verläuft nicht, bis nur mild tödlich, wogegen Krebs schon eine Ecke schlimmer ist.
Das grundlegende Tabu fußt aber auf Krankheit, nicht auf Krebs. Fängt beides mit K an, liebe Redaktion vom Trierischen Volksfreund, ist aber gar nicht soooo ähnlich wie man meinen könnte.
Deshalb lese ich die Zeitung auch gar nicht mehr, sondern lasse mir den Inhalt immer von meiner Mutter nacherzählen. Zuviele Ungenauigkeiten. Ich kann für die Presse nicht alle Ungereimtheiten korrigieren. Sorry.
Die Überschrift hat aber impliziert, dass es um die Aufhebung von Tabus ging, und die zweite Überschrift, in etwas kleinerer Schrift, verriet, dass es um Krebs ging.
Was mich wundert. Ich dachte Krebs sei im Jahre 2009 garkein Tabu mehr. Viele sagen ja zum Beispiel: "Tumor ist wenn man trotzdem lacht", oder so. Man verspottet nicht die Opfer, sondern versucht ihnen ihre verzweifelte Lage nur durch ein wenig Selbererkenntnis zu versüßen, weil das Universum eben eine blöde Kuh ist, und alles per Zufall passiert, wenn sie sich wundern warum gerade sie. Warum nicht sie? Alles ist immer toll, solange man es selber nicht hat. Da haben die Menschen keine Konsistenz.
Wenn in Asien Schlammlawinen ganze Dörfer mitreißen wird in kleinen Seniorengrüppchen, die sich in Wohnsiedlungen morgens um 10 bilden während man in die Stadt einkaufen geht, gesagt, wie schlimm das Alles ist, und wieviel Mitgefühl man mit den armen Menschen hat. Wenn aber Omi morgens samt Einkaufsnetz weggespült würde, wäre das Geschrei groß und die Verzweiflung wäre den Geronten in ihre faltenzerfressenen Fratzen geschrieben. Also entweder findet man das in Asien vergleichsweise schlimm, oder man heuchelt keinerlei Mitgefühl. Bitte entscheiden.
Und zum Tabuthema Krebs: Ich habe gehört, dass es Menschen gibt, die Krebs haben. In unserer Gesellschaft wird krank sein aber gerne stigmatisiert, und die Leute nehmen Abstand, schauen Mitleidig und reißen einem die Spargelgläser aus der Hand, wenn man sie beim ersten Drehen nicht auf kriegt. Wer will das schon. Wer will schon dermaßen entmündingt und kommandiert werden, weil die Gesellschaft einen für nicht mehr herdenfähig hält.
Aber so geht es nicht nur Krebslingen. Auch andere Krankheitsgruppen sind ähnlich schwer auf dem Gemüt. Jeder, der eine normale Erkältung hat, wird ins Bett geschickt und seiner Verantwortung entmündigt. Es wird einem Essen gebracht und ständig fragen Menschen, ob man noch was möchte. Man könnte meinen, das man bald stirbt. Für Krebspatienten, zugegebenermaßen, ein wahrscheinlicheres Szenario. Die gemeine Erkältung verläuft nicht, bis nur mild tödlich, wogegen Krebs schon eine Ecke schlimmer ist.
Das grundlegende Tabu fußt aber auf Krankheit, nicht auf Krebs. Fängt beides mit K an, liebe Redaktion vom Trierischen Volksfreund, ist aber gar nicht soooo ähnlich wie man meinen könnte.
Deshalb lese ich die Zeitung auch gar nicht mehr, sondern lasse mir den Inhalt immer von meiner Mutter nacherzählen. Zuviele Ungenauigkeiten. Ich kann für die Presse nicht alle Ungereimtheiten korrigieren. Sorry.
Dienstag, 18. August 2009
Der gute Samariter
Heute war ich in der Stadt und habe viele gute Werke getan, vielleicht sogar mein Wochenpensum erfüllt.
Ich war nett zu einer übel gelaunten Verkäuferin, die offensichtlich keine Lust hatte, bei tropischen Temperaturen bei Saturn an der Kasse zu sitzen. Sie tat mir wirklich Leid. Sie hatte schlecht gemachte, blonde Strähnchen im Haar, und wirkte, als ob ihr Freund gestern, nach 6 Jahren Partnerschaft, mit ihr Schluss gemacht hätte. Sie saß sehr bedröppelt im Stuhl, also hab ich sie angelächelt und war ganz nonchalant. Wenn es ihr auch nicht besser ging danach, ich war zumindest in der Gewissheit, etwas Gutes getan zu haben.
Auf dem Weg nach unten, habe ich ein behindertes Kind nicht bemeitleidet und beim Verlassen von Kaufhof, hab ich sogar einer blinden Frau die Tür auf gehalten. Ich hab sie am Arm berührt und ihr gesagt, sie solle aufpassen. So ein bisschen menschlichen Kontakt fand ich wichtig für die Frau, und hab einfach alle Vorbehalte fallen lassen. Nicht gegenüber Blinden, sondern meiner eigenen Regel, Menschen nie zu berühren. Ich halte einfach nichts davon. Heute war ich allerdings erstaunlich menschenaffin.
Ich war nett zu einer übel gelaunten Verkäuferin, die offensichtlich keine Lust hatte, bei tropischen Temperaturen bei Saturn an der Kasse zu sitzen. Sie tat mir wirklich Leid. Sie hatte schlecht gemachte, blonde Strähnchen im Haar, und wirkte, als ob ihr Freund gestern, nach 6 Jahren Partnerschaft, mit ihr Schluss gemacht hätte. Sie saß sehr bedröppelt im Stuhl, also hab ich sie angelächelt und war ganz nonchalant. Wenn es ihr auch nicht besser ging danach, ich war zumindest in der Gewissheit, etwas Gutes getan zu haben.
Auf dem Weg nach unten, habe ich ein behindertes Kind nicht bemeitleidet und beim Verlassen von Kaufhof, hab ich sogar einer blinden Frau die Tür auf gehalten. Ich hab sie am Arm berührt und ihr gesagt, sie solle aufpassen. So ein bisschen menschlichen Kontakt fand ich wichtig für die Frau, und hab einfach alle Vorbehalte fallen lassen. Nicht gegenüber Blinden, sondern meiner eigenen Regel, Menschen nie zu berühren. Ich halte einfach nichts davon. Heute war ich allerdings erstaunlich menschenaffin.
Sonntag, 16. August 2009
Verworfene Konzepte
Ich hab gestern überlegt, meinem Blog ein wenig mehr Traffic zu verschaffen.
Ich wollte einfach eine schnieke Liste von Signalwörtern zusammenstellen, im Sinne von:
cock - tits - fuck - dick - pussy - lick etc.
Nur, dann fiel mir auf, was ich mir damit ins Haus holen würde; Ein Klientel, das vermutlich überhaupt nicht an meinem Leben, bzw. meinen Gedanken interessiert ist, sondern eher an ... naja ... siehe oben. Also fuck und so.
Deutsch könnten die sicher auch nicht, und wenn doch, dann wäre der Anteil derer, die Deutsch sprechen, sicher vernachlässigbar - marginaler Rechenfehler, Streuung, verrutschter Pixel im Exel Diagramm. Sprich nicht vorhanden.
ficken will ich aber nicht schreiben, da schäme ich mich. Natürlich mache ich das jetzt alles trotzdem, was das paradoxe an der Sache ist, aber zuviel Aufwand von mir verlangen würde, einen Beitrag zu schreiben, in dem ich die Wörter nicht erwähne. Dann müsste ich sie umschreiben, und das dauert mir zu lange. Es wurde jetzt ungewollt plakativ, aber ist das nicht die wahre Kunst das Schreibens?
Oh du holde Singularität der Widersprüche
Ich wollte einfach eine schnieke Liste von Signalwörtern zusammenstellen, im Sinne von:
cock - tits - fuck - dick - pussy - lick etc.
Nur, dann fiel mir auf, was ich mir damit ins Haus holen würde; Ein Klientel, das vermutlich überhaupt nicht an meinem Leben, bzw. meinen Gedanken interessiert ist, sondern eher an ... naja ... siehe oben. Also fuck und so.
Deutsch könnten die sicher auch nicht, und wenn doch, dann wäre der Anteil derer, die Deutsch sprechen, sicher vernachlässigbar - marginaler Rechenfehler, Streuung, verrutschter Pixel im Exel Diagramm. Sprich nicht vorhanden.
ficken will ich aber nicht schreiben, da schäme ich mich. Natürlich mache ich das jetzt alles trotzdem, was das paradoxe an der Sache ist, aber zuviel Aufwand von mir verlangen würde, einen Beitrag zu schreiben, in dem ich die Wörter nicht erwähne. Dann müsste ich sie umschreiben, und das dauert mir zu lange. Es wurde jetzt ungewollt plakativ, aber ist das nicht die wahre Kunst das Schreibens?
Oh du holde Singularität der Widersprüche
Ich hasse Sonntage
Jetzt muss ich doch noch was schreiben.
Mir ist grade wieder aufgefallen, warum ich Sonntage so hasse; Niemand arbeitet. Um mein unstillbares Informationsbedürfnis zu befriedigen, sitze ich mehrere Stunden täglich vorm PC, surfe im Internet, und halte mich auf dem Laufenden über sämtliche Themen dieser Welt. Popkultur, Wirtschaft, Politik, aktuelle Geschehen, Kunst und Musik, süße Hamster essen Broccoli und wedeln mit den Füßen. Das muss ich alles wissen. Ich komme gar nicht dran vorbei.
Ich hatte schon immer den Verdacht, dass ich eine - nicht ganz harmlose - Internetsucht habe, und das ist tatsächlich so. Ich liebe einfach die Fülle an Informationen, die mir zur Verfügung steht. Wenn ich ein paar Tage nicht im Internet bin, fühle ich mich nackt und machtlos, abgeschnitten von der Welt und klein. Im Sinne von: Die Welt dreht sich ohne mich weiter. In der heutigen Zeit, in der alles so schnell geht, ist man nach 2 Tagen kompletter Informationssperre schon auf nem andern Planeten angekommen.
Und deswegen hasse ich Sonntage. Da haben alle frei. Niemand produziert Informationen. Das ist garstig und archaisch. Denken die Leute, sie müssten aus Klischee am Sonntag nichts machen? Spielen die sich vor, sie dürften es gar nicht erst wagen in die Nähe des PCs zu gehen? Das erlebe ich immer wieder; Leute, die 18 Stunden am Tag online sind, chatten bis spät in die Nacht aber sich plötzlich dem Sonntag verpflichtet fühlen und ein wenig dem wahren Leben fröhnen. Das ist Doppelmoral in meinen Augen. Ich bin immer online, auch Sonntags, und da mache ich keinen hehl draus.
Das sollte appropriated werden. Kann sich die Informationsgesellschaft das überhaupt leisten? In solchen Zeiten? Naaaaja, ich weiß ja nicht.
Gut, natürlich arbeiten ein paar Leute, wie Fernsehansager und Priester. Warum die Sonntags arbeiten, wenn der Tag doch heilig sein soll, erschließt sich mir auch nicht. Einmal in der Woche zeigt sich immer, wie weit es mit der Säkularisierung in diesem Land ist; Nicht sehr weit. Auch wenn kein Hans Sonntags in die Kirche geht, alle tun immer so, als wäre es ihre Pflicht, so wenig auf zu fallen wie möglich.
Sonntags bitte nicht mehr so rar machen, ja?
Mir ist grade wieder aufgefallen, warum ich Sonntage so hasse; Niemand arbeitet. Um mein unstillbares Informationsbedürfnis zu befriedigen, sitze ich mehrere Stunden täglich vorm PC, surfe im Internet, und halte mich auf dem Laufenden über sämtliche Themen dieser Welt. Popkultur, Wirtschaft, Politik, aktuelle Geschehen, Kunst und Musik, süße Hamster essen Broccoli und wedeln mit den Füßen. Das muss ich alles wissen. Ich komme gar nicht dran vorbei.
Ich hatte schon immer den Verdacht, dass ich eine - nicht ganz harmlose - Internetsucht habe, und das ist tatsächlich so. Ich liebe einfach die Fülle an Informationen, die mir zur Verfügung steht. Wenn ich ein paar Tage nicht im Internet bin, fühle ich mich nackt und machtlos, abgeschnitten von der Welt und klein. Im Sinne von: Die Welt dreht sich ohne mich weiter. In der heutigen Zeit, in der alles so schnell geht, ist man nach 2 Tagen kompletter Informationssperre schon auf nem andern Planeten angekommen.
Und deswegen hasse ich Sonntage. Da haben alle frei. Niemand produziert Informationen. Das ist garstig und archaisch. Denken die Leute, sie müssten aus Klischee am Sonntag nichts machen? Spielen die sich vor, sie dürften es gar nicht erst wagen in die Nähe des PCs zu gehen? Das erlebe ich immer wieder; Leute, die 18 Stunden am Tag online sind, chatten bis spät in die Nacht aber sich plötzlich dem Sonntag verpflichtet fühlen und ein wenig dem wahren Leben fröhnen. Das ist Doppelmoral in meinen Augen. Ich bin immer online, auch Sonntags, und da mache ich keinen hehl draus.
Das sollte appropriated werden. Kann sich die Informationsgesellschaft das überhaupt leisten? In solchen Zeiten? Naaaaja, ich weiß ja nicht.
Gut, natürlich arbeiten ein paar Leute, wie Fernsehansager und Priester. Warum die Sonntags arbeiten, wenn der Tag doch heilig sein soll, erschließt sich mir auch nicht. Einmal in der Woche zeigt sich immer, wie weit es mit der Säkularisierung in diesem Land ist; Nicht sehr weit. Auch wenn kein Hans Sonntags in die Kirche geht, alle tun immer so, als wäre es ihre Pflicht, so wenig auf zu fallen wie möglich.
Sonntags bitte nicht mehr so rar machen, ja?
Insomnia
Ich war schon wieder die ganze Nacht wach, aber heute schreib ich nix drüber.
Außer das.
Und das.
Und das.
Argh!
Tschüss
Außer das.
Und das.
Und das.
Argh!
Tschüss
Freitag, 14. August 2009
Müdigkeit übergehen
Ich versuche mir grade vorzustellen, welchen evolutionären Wert es damals vor 5000 Jahren hatte, als Gott die Welt erschuf, dem Menschen so einen feinen Apparat zu implantieren, der ihn erst müde werden lässt, aber dann doch wieder nicht.
Ich beende grade meine 28. Stunde wach sein am Stück, und in der 25. Stunde hätte ich kopfüber vom Bett hängend einschlafen können. Jetzt bin ich wieder wach, und verbringe meine Zeit damit, Blogeinträge übers wach sein zu schreiben. Müde werd ich hiervon sicher nicht; Versuchen schadet aber natürlich nicht.
Ich vermute, dass die elektromagnetische Strahlung mein Gehirn so weit zerfressen hat, dass es den Monitor für die Sonne hält, und fleißig Histamin produziert, um mich wach zu halten weil der Tag noch läuft. Und wenn man jetzt davon ausgeht, dass diese Funktion selber, also die Müdigkeit übergehen, ein Rudiment aus den Kindertagen der Menschheit ist, dann lässt sich folgender Schluss ziehen:
Ich muss jagen, aber ich bin müde. Ich raffe mich also auf, mit dem Ziel, meinen Magen zu füllen. Weil der Körper bereits akuten Nährstoffmangel meldet, pumpen meine Synapsen fleißig Histamin und Acetylcholin in den synaptischen Spalt, um eine Parasympathikusreaktion hervor zu rufen, die es mir ermöglicht noch einmal mit voller Kraft auf Futtersuche zu gehen.
Zum Kühlschrank.
Da war ich eben, mal gucken ob es hilft.
In der Zwischenzeit nehme ich nochmal mein Buch mit Abiwissen für Biologie zur Hand, und prüfe, ob das eben alles so stimmte.
Solange hier ein Video, in dem ein knuddeliges Kätzchen einschläft.
So ungefähr ging es mir heute den ganzen Tag
Ich beende grade meine 28. Stunde wach sein am Stück, und in der 25. Stunde hätte ich kopfüber vom Bett hängend einschlafen können. Jetzt bin ich wieder wach, und verbringe meine Zeit damit, Blogeinträge übers wach sein zu schreiben. Müde werd ich hiervon sicher nicht; Versuchen schadet aber natürlich nicht.
Ich vermute, dass die elektromagnetische Strahlung mein Gehirn so weit zerfressen hat, dass es den Monitor für die Sonne hält, und fleißig Histamin produziert, um mich wach zu halten weil der Tag noch läuft. Und wenn man jetzt davon ausgeht, dass diese Funktion selber, also die Müdigkeit übergehen, ein Rudiment aus den Kindertagen der Menschheit ist, dann lässt sich folgender Schluss ziehen:
Ich muss jagen, aber ich bin müde. Ich raffe mich also auf, mit dem Ziel, meinen Magen zu füllen. Weil der Körper bereits akuten Nährstoffmangel meldet, pumpen meine Synapsen fleißig Histamin und Acetylcholin in den synaptischen Spalt, um eine Parasympathikusreaktion hervor zu rufen, die es mir ermöglicht noch einmal mit voller Kraft auf Futtersuche zu gehen.
Zum Kühlschrank.
Da war ich eben, mal gucken ob es hilft.
In der Zwischenzeit nehme ich nochmal mein Buch mit Abiwissen für Biologie zur Hand, und prüfe, ob das eben alles so stimmte.
Solange hier ein Video, in dem ein knuddeliges Kätzchen einschläft.
So ungefähr ging es mir heute den ganzen Tag
Spinnensex
Ich bin nicht allein auf der Welt!
Die beiden Torfnasen von Big Brother wissen auch nicht, wie Spinnen Sex haben. Oder was sie essen, oder woher ihr Netz kommt. Aber ich fühle mich trotzdem ein bisschen bestätigt in meinen Überlegungen, dass Geschlechtsverkehr zwischen Spinnen nicht zum Allgemeinwissen zählt
(ab 2:13)
Die beiden Torfnasen von Big Brother wissen auch nicht, wie Spinnen Sex haben. Oder was sie essen, oder woher ihr Netz kommt. Aber ich fühle mich trotzdem ein bisschen bestätigt in meinen Überlegungen, dass Geschlechtsverkehr zwischen Spinnen nicht zum Allgemeinwissen zählt
(ab 2:13)
Nichtwähler sind sexy
Erklärt sich ziemlich von selbst.
Bald wollen sie uns mit Strafen drohen, sollten wir nicht zur Urne gehen und wählen. Komisch, ich dachte immer, in einer Demokratie hätte man auch die Wahl nicht zu wählen. Eine tolerante Gesellschaft muss ja auch Intoleranz tolerieren. In sich sehr paradox, aber nicht weniger moralisch wertvoll, wenn wir feststellen, dass die Freiheit der Wahl, die Nichtwahl mit einschließt. Und bedeutet das nicht erst wahre Freiheit?
Bald wollen sie uns mit Strafen drohen, sollten wir nicht zur Urne gehen und wählen. Komisch, ich dachte immer, in einer Demokratie hätte man auch die Wahl nicht zu wählen. Eine tolerante Gesellschaft muss ja auch Intoleranz tolerieren. In sich sehr paradox, aber nicht weniger moralisch wertvoll, wenn wir feststellen, dass die Freiheit der Wahl, die Nichtwahl mit einschließt. Und bedeutet das nicht erst wahre Freiheit?
Donnerstag, 13. August 2009
Stracciatella
Müssen italienische Eisdealer eigentlich Abends weinen, weil die Deutschen den ganzen Tag über "Schtratziatella" bestellen? Ich mach das ja auch, und ich würde mich als Vertreter einer so melodiösen Sprachen ein bisschen vergewaltigt fühlen, wenn in so harschem Ton Eis bestellt würde.
Ich vermute einfach, dass sich die Deutschen für ihre italienische Aussprache schämen. Komischerweise schämt sich aber niemand, Fremdwörter derart bratzig auszusprechen.
Wenn plötzlich jemand in der Eisdiele "Stracciatella" bestellt, würden sicher Alle, die in der Schlange dahinter stehen, blöd gucken. Diese Business-Tussis, die keine Zeit haben, und diese christlichen Jugendtouristen, die sich den Dom hier anschauen und dann ein Eis bestellen. Es wird genervt geguckt, oder sich untereinander glucksende Blicke zugeworfen, weil ein Deutscher versucht Italienisch zu sprechen.
Dass weibliche BWL-Studenten in Hosenanzügen in der Mittagspause Eis kaufen gehen, erhitzt die Gemüter viel weniger. BWL-Studenten haben die Unart, sich schon während dem Studium so zu kleiden, als wären sie Vorstand von VW. Rosa Hemden mit hochgestelltem Kragen, die Weiber im Businesslook und ständig wird eine Aktentasche über den Campus getragen, weil man sich zu fein ist, die Hausaufgaben in einer Umhängetasche zu transportieren. Die sind so important, dass sie auch immer am mobilen Telefon hängen, und sich, während sie Schtratziatella bestellen, mit Leuten verkrachen.
So Leute sind dann auch leicht genervt, wenn man ihre Zeit verschwendet, mit Eis auf italienisch bestellen.
Ich vermute einfach, dass sich die Deutschen für ihre italienische Aussprache schämen. Komischerweise schämt sich aber niemand, Fremdwörter derart bratzig auszusprechen.
Wenn plötzlich jemand in der Eisdiele "Stracciatella" bestellt, würden sicher Alle, die in der Schlange dahinter stehen, blöd gucken. Diese Business-Tussis, die keine Zeit haben, und diese christlichen Jugendtouristen, die sich den Dom hier anschauen und dann ein Eis bestellen. Es wird genervt geguckt, oder sich untereinander glucksende Blicke zugeworfen, weil ein Deutscher versucht Italienisch zu sprechen.
Dass weibliche BWL-Studenten in Hosenanzügen in der Mittagspause Eis kaufen gehen, erhitzt die Gemüter viel weniger. BWL-Studenten haben die Unart, sich schon während dem Studium so zu kleiden, als wären sie Vorstand von VW. Rosa Hemden mit hochgestelltem Kragen, die Weiber im Businesslook und ständig wird eine Aktentasche über den Campus getragen, weil man sich zu fein ist, die Hausaufgaben in einer Umhängetasche zu transportieren. Die sind so important, dass sie auch immer am mobilen Telefon hängen, und sich, während sie Schtratziatella bestellen, mit Leuten verkrachen.
So Leute sind dann auch leicht genervt, wenn man ihre Zeit verschwendet, mit Eis auf italienisch bestellen.
Reales Paradies - North Island
Gestern lief bei 3Sat eine Doku über ferne Länder und ferne Menschen, fernab des deutschen Alltags. Wenn ich selber da wäre, gäbe es so ein Programm gar nicht, weil es dann nahe Länder wären und man sich sparen könnte über das Panorama vor der Haustür zu berichten.
Bin ich aber nicht. Also schaue ich 3Sat, und da kam gestern ein Bericht aus den Seychellen, besser gesagt aus der kleinen Insel "North Island" heraus; immanente Selbstdarstellung. Aber man nimmt es der tollen Insel nicht übel, dass sie so mit ihrem Luxus kokettiert.
North Island ist eine Privatinsel, auf der es 11 Villen gibt, die sich alle einen privaten Abschnitt Strand teilen, und gute 20.000€ in der Woche kosten. Es ist also ein kostspieliger Urlaubt, der allerdings der Insel selbst zu Gute kommt, und das umfassende Naturschutzprogramm finanziert.
Toll ist auch, dass man sich bestellen kann was man will. Egal was man essen möchte, die machen es einem. Dafür haben sie sooooon riesen Kühlschrank, in dem so ziemlich alles vor sich hinkrebst und vegetiert. Es gibt kein Menü, keine Karte. Nur die eigene Phantasie ist gefragt, und das zu jeder Tageszeit. Das is schon sehr dekadent. Ich würde trotzdem gerne mal hin fahren.
Das erinnert mich an die Sendung "Fahr mal hin", die meines Erachtens nach auch über North Island berichten sollte, um mir die Entscheidung quasi abzunehmen; Wenn so eine Sendung einem tolle Urlaubsparadiese präsentiert, und gleichzeitig suggeriert, dass man doch mal hinfahren könnte, was hält mich als Zuschauer dann noch davon ab? Außer 20.000€?
Wenn es Gott gäbe, würde er dort wohnen, bzw. Urlaub machen, wenn ihm die Ewigkeit mal wieder zu öde würde.
Der Himmel auf Erden. Was übrigens eine findige Metapher ist, weil Himmel und Erde niemals eine Einheit sein können, sondern immer sichtbar getrennt von einander auftreten. Da haben sich die religiösen Figuren wirklich angestrengt eine Metapher zu erfinden, die so deutlich sagt, dass auf der Erde alles Scheiße is, das man glatt in Ehrfurcht erstarrt. Aber wenn metaphernkundige Wüstenmenschen North Island vor 2000 Jahren schon gekannt hätten, vielleicht wäre ihnen der Vergleich nicht ganz so leicht aus der Feder geflossen.
Der schönste Teil von North Island ist aber das Innland, wo die Angestellten des Hotels wohnen; da stehen Palmenhaine, wie aus dem Bilderbuch. Wenn hier kein Intelligent Design dahinter steckt, dann weiß ich auch nicht.
Hier muss man nicht sterben um hinfahren zu dürfen, und trotzdem ist alles so ein bisschen göttlich, ohne zu sehr religiös zu werden. Also fahr mal hin!
*Nachtragsgedanke, grade auf dem Klo gekommen:
Die Athmosphäre, die wir ja als Himmel bezeichnen, liegt so gesehen ja "auf" der Erde auf, quasi der Himmel auf Erden. Insofern ist jeder Tag schon paradiesisch. Außerdem hält das Schwerkraftfeld der Erde den Himmel davon ab, ins All abzudriften. So gesehen hält die Erde also erst den Himmel am Platze, sprich würde es ohne Menschen, die sich den (religiösen) Himmel vorstellen, überhaupt einen geben? Und wenn es Kinderpornoseiten gibt, aber niemand sie ansehen kann, hat es sie dann wirklich gegeben??
Bin ich aber nicht. Also schaue ich 3Sat, und da kam gestern ein Bericht aus den Seychellen, besser gesagt aus der kleinen Insel "North Island" heraus; immanente Selbstdarstellung. Aber man nimmt es der tollen Insel nicht übel, dass sie so mit ihrem Luxus kokettiert.
North Island ist eine Privatinsel, auf der es 11 Villen gibt, die sich alle einen privaten Abschnitt Strand teilen, und gute 20.000€ in der Woche kosten. Es ist also ein kostspieliger Urlaubt, der allerdings der Insel selbst zu Gute kommt, und das umfassende Naturschutzprogramm finanziert.
Toll ist auch, dass man sich bestellen kann was man will. Egal was man essen möchte, die machen es einem. Dafür haben sie sooooon riesen Kühlschrank, in dem so ziemlich alles vor sich hinkrebst und vegetiert. Es gibt kein Menü, keine Karte. Nur die eigene Phantasie ist gefragt, und das zu jeder Tageszeit. Das is schon sehr dekadent. Ich würde trotzdem gerne mal hin fahren.
Das erinnert mich an die Sendung "Fahr mal hin", die meines Erachtens nach auch über North Island berichten sollte, um mir die Entscheidung quasi abzunehmen; Wenn so eine Sendung einem tolle Urlaubsparadiese präsentiert, und gleichzeitig suggeriert, dass man doch mal hinfahren könnte, was hält mich als Zuschauer dann noch davon ab? Außer 20.000€?
Wenn es Gott gäbe, würde er dort wohnen, bzw. Urlaub machen, wenn ihm die Ewigkeit mal wieder zu öde würde.
Der Himmel auf Erden. Was übrigens eine findige Metapher ist, weil Himmel und Erde niemals eine Einheit sein können, sondern immer sichtbar getrennt von einander auftreten. Da haben sich die religiösen Figuren wirklich angestrengt eine Metapher zu erfinden, die so deutlich sagt, dass auf der Erde alles Scheiße is, das man glatt in Ehrfurcht erstarrt. Aber wenn metaphernkundige Wüstenmenschen North Island vor 2000 Jahren schon gekannt hätten, vielleicht wäre ihnen der Vergleich nicht ganz so leicht aus der Feder geflossen.
Der schönste Teil von North Island ist aber das Innland, wo die Angestellten des Hotels wohnen; da stehen Palmenhaine, wie aus dem Bilderbuch. Wenn hier kein Intelligent Design dahinter steckt, dann weiß ich auch nicht.
Hier muss man nicht sterben um hinfahren zu dürfen, und trotzdem ist alles so ein bisschen göttlich, ohne zu sehr religiös zu werden. Also fahr mal hin!
*Nachtragsgedanke, grade auf dem Klo gekommen:
Die Athmosphäre, die wir ja als Himmel bezeichnen, liegt so gesehen ja "auf" der Erde auf, quasi der Himmel auf Erden. Insofern ist jeder Tag schon paradiesisch. Außerdem hält das Schwerkraftfeld der Erde den Himmel davon ab, ins All abzudriften. So gesehen hält die Erde also erst den Himmel am Platze, sprich würde es ohne Menschen, die sich den (religiösen) Himmel vorstellen, überhaupt einen geben? Und wenn es Kinderpornoseiten gibt, aber niemand sie ansehen kann, hat es sie dann wirklich gegeben??
Dummer Messerschmied
Bei Galileo wurde grade Michael Dummer, seines Zeichens Messerschmied, zum Kauf von qualitativ hochwertigen Messern als Berater hinzu gezogen. Dabei fiel mir auf, das wir uns wieder viel öfter über lustige Nachnamen amüsieren sollten.
Haha, Dummer!
Haha, Dummer!
Das geheime Schreibtischland
Ich habe jetzt seit 314 Tagen nicht mehr bei mir hinterm Schreibtisch gesaugt. Genauer gesagt seit dem 3. Oktober 2008, an dem ich in meine neue Wohnung gezogen bin.
Ritzen, wie die zwischen Wand und Schreibtisch, sind für mich generell vernachlässigbar. Aber nicht, weil mir das irgendwie Spaß macht, sondern weil die Säuberung immer mit soviel Aufwand verbunden ist. Ich muss dann meinen PC wegräumen, die Schubladen leeren, das Teil rüber schieben und dann muss ich mich auf alle Viere verlassen und wie ein devotes Hausfräulein die Teppichleiste swiffern.
Das wäre auch noch kein Problem, ich kann mich ja ganz toll anpassen, wenns auch mal so um Arbeit geht und so, aber eine Sache treibt mich in Ekel hinfort von hinterm Schreibtisch:
Spinnen.
Garstige Spinnen, die in meiner Wohnung residieren und sich in Zimmerecken und Lampenschirmen vernetzen. Weil Spinnen so nomadisch veranlagt sind, hat man selbst mit nur einer Spinne im Haus, nach spätestens 2 Wochen, schon wieder 4 verlassene Netze rumfliegen. Manche sind architektonisch beeindruckend, andere baumeln von der Decke, und wiegen sanft im Winde. Das sind dann fast therapeutische Anblicke, aber trotzdem muss das Zeug weg.
Ich traue mich ja teilweise nicht mal mehr aus der Wohnung, weil im Hausgang dermaßen viele Spinnen - meist dünne aber eine besonders fleischige - sitzen, und mir eine davon neulich glatt ein Netz quer über die Haustür gesponnen hat. Wenn man morgens schon beim verlassen der Wohnungstür Spinnenfäden im Gesicht hat, dann ist der Tag verloren. Danach kann nur noch das Unheil daher gestöckelt kommen und einem gefühlskalt in die Eier treten. So schlimm wars dann nicht, aber theoretisch wäre das möglich gewesen.
Was mich also zu meinem Schreibtisch zurück bringt. Ich befürchte, dass sich dahinter irgendwann einmal zwei Spinnen einnisten, die sich auf den ersten Blick so total sympathisch sind und dann Spinnensex miteinander machen. Also ... jetzt wollte ich Spinnensex erklären, ich weiß aber nicht wie das geht. Es mag sich jeder selbst vorstellen. Jedenfalls würden die dann hinter meinem Schreibtisch ein Nest bauen, ein großes, rundes, cocon-ähnliches Gewirr aus Seidenfäden, in dem, zu tausenden, neue Spinnen heranwachsen. Wie im Film "Arachnophobia". Und Nachts würde das Nest dann mit einem Knacken aufbrechen, und sich eine Horde hungriger, kleiner Biester auf den Teppich ergießen. Da bin ich hoffentlich im Schlafzimmer und hab die Tür zu.
Nur komme ich dann nicht mehr an mein Telefon, und muss vermutlich aus dem Schlafzimmerfenster klettern. Da macht sich Parterre nochmal bezahlt.
Darüber denke ich Nachts nach, wenn ich nicht schlafen kann. Und ich versuche dann wenigstens mit dem Staubsauger so weit unter den Schreibtisch zu kommen, wie es die Querverstrebung zulässt, auf der mein Drucker vor sich dahinstaubt und an der ich mir immer die Knöchel blutergüssig stoße. Dabei erwische ich gefühlte 50% Schmutz;
Ein Teil wird eingesaugt, den Anderen schiebe ich noch weiter rein. Ab und an fallen mir auch mal leere Blätter hinter den Schreibtisch. Eine Haselnuss, ein Seidenbeutel, die Plastikverpackung von Tempotaschentüchern und ein grüner, wasserfester CD-Marker. Eine Rosine auch schon. Vom Studentenfutter. Dekoriert wäre es auf jedenfall, und vielleicht verscheucht die Vibration vom anditschenden Staubsauger die Tierchen ja. *dock dock*
Ritzen, wie die zwischen Wand und Schreibtisch, sind für mich generell vernachlässigbar. Aber nicht, weil mir das irgendwie Spaß macht, sondern weil die Säuberung immer mit soviel Aufwand verbunden ist. Ich muss dann meinen PC wegräumen, die Schubladen leeren, das Teil rüber schieben und dann muss ich mich auf alle Viere verlassen und wie ein devotes Hausfräulein die Teppichleiste swiffern.
Das wäre auch noch kein Problem, ich kann mich ja ganz toll anpassen, wenns auch mal so um Arbeit geht und so, aber eine Sache treibt mich in Ekel hinfort von hinterm Schreibtisch:
Spinnen.
Garstige Spinnen, die in meiner Wohnung residieren und sich in Zimmerecken und Lampenschirmen vernetzen. Weil Spinnen so nomadisch veranlagt sind, hat man selbst mit nur einer Spinne im Haus, nach spätestens 2 Wochen, schon wieder 4 verlassene Netze rumfliegen. Manche sind architektonisch beeindruckend, andere baumeln von der Decke, und wiegen sanft im Winde. Das sind dann fast therapeutische Anblicke, aber trotzdem muss das Zeug weg.
Ich traue mich ja teilweise nicht mal mehr aus der Wohnung, weil im Hausgang dermaßen viele Spinnen - meist dünne aber eine besonders fleischige - sitzen, und mir eine davon neulich glatt ein Netz quer über die Haustür gesponnen hat. Wenn man morgens schon beim verlassen der Wohnungstür Spinnenfäden im Gesicht hat, dann ist der Tag verloren. Danach kann nur noch das Unheil daher gestöckelt kommen und einem gefühlskalt in die Eier treten. So schlimm wars dann nicht, aber theoretisch wäre das möglich gewesen.
Was mich also zu meinem Schreibtisch zurück bringt. Ich befürchte, dass sich dahinter irgendwann einmal zwei Spinnen einnisten, die sich auf den ersten Blick so total sympathisch sind und dann Spinnensex miteinander machen. Also ... jetzt wollte ich Spinnensex erklären, ich weiß aber nicht wie das geht. Es mag sich jeder selbst vorstellen. Jedenfalls würden die dann hinter meinem Schreibtisch ein Nest bauen, ein großes, rundes, cocon-ähnliches Gewirr aus Seidenfäden, in dem, zu tausenden, neue Spinnen heranwachsen. Wie im Film "Arachnophobia". Und Nachts würde das Nest dann mit einem Knacken aufbrechen, und sich eine Horde hungriger, kleiner Biester auf den Teppich ergießen. Da bin ich hoffentlich im Schlafzimmer und hab die Tür zu.
Nur komme ich dann nicht mehr an mein Telefon, und muss vermutlich aus dem Schlafzimmerfenster klettern. Da macht sich Parterre nochmal bezahlt.
Darüber denke ich Nachts nach, wenn ich nicht schlafen kann. Und ich versuche dann wenigstens mit dem Staubsauger so weit unter den Schreibtisch zu kommen, wie es die Querverstrebung zulässt, auf der mein Drucker vor sich dahinstaubt und an der ich mir immer die Knöchel blutergüssig stoße. Dabei erwische ich gefühlte 50% Schmutz;
Ein Teil wird eingesaugt, den Anderen schiebe ich noch weiter rein. Ab und an fallen mir auch mal leere Blätter hinter den Schreibtisch. Eine Haselnuss, ein Seidenbeutel, die Plastikverpackung von Tempotaschentüchern und ein grüner, wasserfester CD-Marker. Eine Rosine auch schon. Vom Studentenfutter. Dekoriert wäre es auf jedenfall, und vielleicht verscheucht die Vibration vom anditschenden Staubsauger die Tierchen ja. *dock dock*
Samstag, 11. April 2009
31/8
Als ich neulich, wegen menschlichen Schadens auf der Schiene, nach Dresden wollte aber in Leipzig notwassern musste, setzte ich mich kurzerhand in die Lounge der Bahn. Auf den ungemütlichen Sesseln wird einem der Weiterreiseimpuls quasi in den Podex implementiert und nach ein paar kostenlosen Pepsis fuhr auch schon der Anschlusszug gen Dresden. Da das mein letzter Zug für den Tag war, hatte ich das erste Klasse Ticket nochmal auf Teufel komm raus ausgereizt, bis mich die Bahnfrau hinter dem Tresen böse anguckte und mit einem Locher wedelte. "Aber das gönnst du dir noch.", dachte ich so bei mir, schließlich war ich zwei Stunden länger unterwegs als geplant, hatte mehrere Züge nicht erwischt wegen besagtem Lebensmüden und war fast über Land verschütt gegangen, so unbekannt waren mir die Stationen, an denen der Ersatzzug hielt. Eisenach. Jena. Kannte ich alles nicht. Würde mich aber jemand fragen, könnte ich mit Stolz behaupten, dass ich schon einmal in Jena, ja sogar in Eisenach gewesen bin. Ob mir das jemals das Leben retten sollte, muss ich wohl abwarten, aber man weiß ja nie wann man einmal von einem geographiesüchtigen Mann von Welt gefangen gehalten und auf böse Weise mit Fragen gelöchert wird. Sollte man eine nicht beantworten, wird man mit einem Messer gelöchert. Da mein Wissen über die deutsche Landschaft verhalten ist, vermag mir zu hoffen übrig bleiben, meine Antwort Jena oder wahlweise Eisenach, ist die Antwort auf die Frage die meinem Tode entgegenwirken könnte.
Soviele Männer von Welt sind heutzutage aber anderweitig beschäftigt, dass sie garnicht die Zeit haben Unkundige mit Messern zu perforieren. Die abkömmliche Hälfte ist damit beschäftigt in Zugabteilen rumzustehen und zu erschricken, wenn sich die automatische Abteiltür schließt, zwischen der sie sich kurz vor dem Aussteigen mit ihrem wuchtigen Gepäck platziert haben. Ich habe einmal einer alten Dame aus dem Zug geholfen, die hatte dermaßen wuchtiges Gepäck, dass ich mich gefragt habe was da wohl drinne ist. Da ich selber schon immer mit zuviel Klimbim verreise, war mir rätselhaft was ein altes Ömchen in einem Koffer meiner Größe transportieren sollte. Stützstrümpfe und Taschengeld für die Enkel, vielleicht sogar eine Kombination, gegossen zu expressionistischen Büsten mithilfe von Beton und einem Marmorschild, auf dem steht "Oma hat euch lieb." Derlei könnte man tatsächlich mit sich rumschleppen, muss aber damit rechnen beim verlassen des Zugs einen Freiflug auf den Bahnsteig einzulösen. Ich trug der alten Dame also ihre Büsten, die betonierten, aus dem Zug, sie bedankte sich und ging ihres Weges. Meine eigene Oma hat öfter die Angewohntheit, bereits ihre Engelsflügel herbei zu reden, die sie einmal im Tode tragen möchte. "Dann fliegt eure Oma davon!", sagt sie dann immer, und ich antworte jedesmal: "Ja, die Treppe runter.", woraufhin sie sich ein wenig freut und lacht. Einer der wenigen Witze, die nie alt werden, man muss ihn nur mit genug Überdruß vortragen und schon klingt er fast famos.
Als ich aber noch nicht in Eisenach war, fielen mir die lustigen Schilder in den Bahnhöfen auf, die immer an den Gleisen stehen und vor sich hin predigen, was nur den wenigsten Verständlich sein dürfte. Ich wollte eigentlich erst recherchieren bevor ich darüber schreibe, das erschien mir aber langweilig, die Bedeutung ist vermutlich fad. Also überlegte ich, was es denn mit 31/8 auf sich haben könnte. Vielleicht ein Binomialkoeffizient, der bei genauer Berechnung die restliche Wegstrecke offenbaren würde, die ich noch zurücklegen musste. Ich hatte allerdings keinen Taschenrechner anbei und die Zahl war vermutlich fürs Kopfrechnen zu sperrig. Vielleicht war die 8, im asiatischen Raum die Zahl des Glücks, ein Bote von nahendem Glück, für Zug und Gäste, die an diesem Tag noch wenig Glück hatten. 8 ist auch ein Symbol für die Ewigkeit, woraus ich schloss, dass in 31 Kilometern das ewig andauernde Glück beginnen sollte, sprich der Himmel würde sich auftun, meine Oma würde vorbeifliegen und alle Sorgen wären vergessen. Aber dann wars doch nur Eisenach.
Das ist die Geschichte, wie ich lernte, Eisenach zu verachten.
Soviele Männer von Welt sind heutzutage aber anderweitig beschäftigt, dass sie garnicht die Zeit haben Unkundige mit Messern zu perforieren. Die abkömmliche Hälfte ist damit beschäftigt in Zugabteilen rumzustehen und zu erschricken, wenn sich die automatische Abteiltür schließt, zwischen der sie sich kurz vor dem Aussteigen mit ihrem wuchtigen Gepäck platziert haben. Ich habe einmal einer alten Dame aus dem Zug geholfen, die hatte dermaßen wuchtiges Gepäck, dass ich mich gefragt habe was da wohl drinne ist. Da ich selber schon immer mit zuviel Klimbim verreise, war mir rätselhaft was ein altes Ömchen in einem Koffer meiner Größe transportieren sollte. Stützstrümpfe und Taschengeld für die Enkel, vielleicht sogar eine Kombination, gegossen zu expressionistischen Büsten mithilfe von Beton und einem Marmorschild, auf dem steht "Oma hat euch lieb." Derlei könnte man tatsächlich mit sich rumschleppen, muss aber damit rechnen beim verlassen des Zugs einen Freiflug auf den Bahnsteig einzulösen. Ich trug der alten Dame also ihre Büsten, die betonierten, aus dem Zug, sie bedankte sich und ging ihres Weges. Meine eigene Oma hat öfter die Angewohntheit, bereits ihre Engelsflügel herbei zu reden, die sie einmal im Tode tragen möchte. "Dann fliegt eure Oma davon!", sagt sie dann immer, und ich antworte jedesmal: "Ja, die Treppe runter.", woraufhin sie sich ein wenig freut und lacht. Einer der wenigen Witze, die nie alt werden, man muss ihn nur mit genug Überdruß vortragen und schon klingt er fast famos.
Als ich aber noch nicht in Eisenach war, fielen mir die lustigen Schilder in den Bahnhöfen auf, die immer an den Gleisen stehen und vor sich hin predigen, was nur den wenigsten Verständlich sein dürfte. Ich wollte eigentlich erst recherchieren bevor ich darüber schreibe, das erschien mir aber langweilig, die Bedeutung ist vermutlich fad. Also überlegte ich, was es denn mit 31/8 auf sich haben könnte. Vielleicht ein Binomialkoeffizient, der bei genauer Berechnung die restliche Wegstrecke offenbaren würde, die ich noch zurücklegen musste. Ich hatte allerdings keinen Taschenrechner anbei und die Zahl war vermutlich fürs Kopfrechnen zu sperrig. Vielleicht war die 8, im asiatischen Raum die Zahl des Glücks, ein Bote von nahendem Glück, für Zug und Gäste, die an diesem Tag noch wenig Glück hatten. 8 ist auch ein Symbol für die Ewigkeit, woraus ich schloss, dass in 31 Kilometern das ewig andauernde Glück beginnen sollte, sprich der Himmel würde sich auftun, meine Oma würde vorbeifliegen und alle Sorgen wären vergessen. Aber dann wars doch nur Eisenach.
Das ist die Geschichte, wie ich lernte, Eisenach zu verachten.
Freitag, 10. April 2009
Griesgrämiges Grüngrillen
Wenn, nach einem langen Winter, endlich wieder einmal die Sonne ihrer kuschligen Wiege entrinnt und sich dazu herablässt die Untengebliebenen zu bescheinen, feuert sich in Deutschland der Grundgedanke von Speisenverzehr au naturel an. Unförmige Eisengetüme, die nicht damit belästigt werden konnten im Jahre 2009 aus Verbundmaterial angefertigt worden zu sein, werden in die Garten gerückt und der Deutsche grillt.
Kein Brauch der Dusselgesellschaft voll einfältiger Schnösel nervt so sehr wie das Grillen, das Nachbarn olfaktorisch belästigt und bei allen umstehenden Krebs verursacht. Wo der Thrill liegen soll, sein Essen, anstatt spießbürgerlich am heimischen Tisch, im Freien zwischen Gewürm und Gestrüpp einzunehmen, ist eines der Geheimnisse, das die Menschheit nie zu lösen auch nur träumen kann. Auf der Liste von Geheimnissen, die nie dem kollektiven Verstand von verständnisvoll gebildeten Menschen begreiflich sein werden, rangiert das Mysterium des Grilldrangs in den Top 10 mit Konsorten wie dem Ursprung des Universums und der Frage, warum fremde Menschen immer an Tagen anrufen, an denen man beschlossen hat sich des besseren Wissens zum trotz nicht totzustellen und das Telefon jauchzend und mit freudigem Ton zu beantworten. Auf die Nachricht, der Mensch am anderen Ende sei ja gar niemand, den man kenne, reagiert man mit Resignation und verfällt in depressive Untiefen. Gleichzeitig schalmeit es aus den Gärten der Umgebung vor super Liedern, bei denen sich niemand die Mühe gemacht hatte sie vorher lyrisch zu Vergwaltigen, mit künstlerischem Anspruch zu schwängern um als Frucht der melodiösen Lende letztendlich eine harmonische Liedelei zu gebähren.
Während ich also zuhause sitze, vor Unverständnis über den vergangen Telefon faux-pas sinniere und auf ein Zeichen von positivem Lebensglück warte, kann ich mich nur an den Singsang des betrunkenen Grillvolkes anlehnen. In einem bösartigen Watschen, das mir Mütterchen Schicksal öfters mit roher Ignoranz für meine feinfühlige Natur aufs Gesicht zauberte, kommen schönes Wetter und Menschen, die ihr Haus auf der Suche nach Feuer verlassen, immer in einem hübsch geschnürten Paket. Ich weiß also nie so Recht, ob ich freudig den Sommer begrüßen, oder mich über die Nebenwirkungen echauffieren sollte. Wenn die Temperaturen gefährlich dem Siedepunkt sich anzunähern schicken, kann man sich ohnehin mit Lust am Sein des Echauffierens beherrschen und die fünfe Grade sein lassen. Welche Fünfe das sind, wird nicht genau verraten. Der Fünfe gibt es Finger, diese allerdings den ganzen Tag in einer geraden Position halten zu müssen geht auf die Gelenke und in der unbeleuchteten, spinnenbehangenen Ecke kichert schon diabolisch die Arthritis.
Besagte Zeitgenössen haust, wie ich glaube, ohnehin schon in meinem linken Zeigefinger. Dieser ist vom dauernden Pakete kleinrupfen bereits welk geworden, versagt den Dienst und schmerzt beim Aufdrehen von Getränkeflaschen. Falls mich die Arthritis also dahin raffen sollte, ich dem Durst erliege und meine Nieren explodieren bin ich zumindest Gewiss, dass es meinem Wohlergehen geschuldet war. Ich kann nämlich keinen Grill nach draußen schleppen, selbst wenn ich wollte. Diese Facette der menschlichen Experience entzieht sich meinem Horizont auf schelmische Weise immer wieder, weshalb mich im inneren der Neid auf draußen grillfrohe Zeitgenossen zerfrisst. Niemand sollte in einer Welt leben müssen, in der Gelenkschmerzen einen Menschen hindern, ein Mensch zu sein! Befreit euch von den Ketten des Verfalls, singt drinnen fröhliche Lieder und zündelt was die Zündelhölzer hergeben. Was nicht heißen soll, dass ich dazu aufrufe Gebäude abzufackeln, das wäre sicherlich garstig und sollte im Optimalfall vermieden werden, die Ozonschicht leidet bereits unter brennendem Regenwald und Kühen, die Methangas flatulieren.
Schuld ist natürlich die Konsumgesellschaft. Nirgends werden soviele Kühe konsumiert und gepflegt wie in der Konsumgesellschaft. Früher kannte man nur Kühe vom Lande und in der Stadt standen alte Menschen und verpesteten die Luft mit griesgrämigem Kriegsgelaber. Wenn ich also unverhohlen, wie ich mich gern gebe, einmal an alle Kühe denke, die auf den Grills der Grillgesellschaft vor sich hinschmoren, Kohlendioxid an die Luft abtreten und pre mortum noch furzend auf der Weide standen, ergibt sich für mich ein Bild des Leids, des Schocks, des ungebremsten empörtseins wie es nur Politiker kennen müssen. Wer grillt, killt. Die Welt. Dass die beiden Worte derart gleich klingen kann also kein Zufall sein, es kommt nur zusammen was von je her zusammengehörte.
Ich sehe dem Unheil, dass an der Welt verbrochen wird von drinnen zu und rufe hinaus:
"Nein! Nicht die schöne Erde! Sie ist doch noch so jung und schön!",
aber niemand will mich hören. Da wir wissen, dass das Universum 13,7 Milliarden Jahre alt ist, die Erde aber nicht, wissen wir, dass die Erde noch relativ jung ist, ergo ist sie auch schön, wurde sie doch dem ergreisen noch nicht ausgesetzt und widersetzt sich auch erfolgreich all den wundersam riechenden alten Mensch die auf ihr Leben. Würden Rentner auf unserem Rücken stehen und sich ohne unterlass beschweren, warum denn immerwieder junge Menschen auf ihrem Rasen spielten, wären wir vor Gram bereits ins letzte Trimester unserer Lebensspanne geflutscht. Nun sitze ich also drinnen, halte die Unholde nicht von ihrem bösen Treiben ab, kann aber behaupten, dass ich als ängstliches Würstchen mit Mitbewohnerin Arthritis auch nich teilnehme an der Zerstöung unseres Lebensraums. Vielleicht verdienen mehr Deutsche im Sommer Anrufe von unbekannten Menschen, die sie in Trauertäler von Selbstzweifel stürzen, was hieße, sie täten das Haus nicht verlassen und die Welt in den Abgrund grillen. Ich bin dafür, dass Bund und Länder für weitere Studien Fördergelder bereit halten und sich neben dem Umstieg auf grüne Energie auch meine Idee einmal anhören sollten. Die falsch Verbundenen der Nation gehören als das gefeiert, was sie sind: Helden der Neuzeit. Unsere Kinder werden es ihnen danken.
Kein Brauch der Dusselgesellschaft voll einfältiger Schnösel nervt so sehr wie das Grillen, das Nachbarn olfaktorisch belästigt und bei allen umstehenden Krebs verursacht. Wo der Thrill liegen soll, sein Essen, anstatt spießbürgerlich am heimischen Tisch, im Freien zwischen Gewürm und Gestrüpp einzunehmen, ist eines der Geheimnisse, das die Menschheit nie zu lösen auch nur träumen kann. Auf der Liste von Geheimnissen, die nie dem kollektiven Verstand von verständnisvoll gebildeten Menschen begreiflich sein werden, rangiert das Mysterium des Grilldrangs in den Top 10 mit Konsorten wie dem Ursprung des Universums und der Frage, warum fremde Menschen immer an Tagen anrufen, an denen man beschlossen hat sich des besseren Wissens zum trotz nicht totzustellen und das Telefon jauchzend und mit freudigem Ton zu beantworten. Auf die Nachricht, der Mensch am anderen Ende sei ja gar niemand, den man kenne, reagiert man mit Resignation und verfällt in depressive Untiefen. Gleichzeitig schalmeit es aus den Gärten der Umgebung vor super Liedern, bei denen sich niemand die Mühe gemacht hatte sie vorher lyrisch zu Vergwaltigen, mit künstlerischem Anspruch zu schwängern um als Frucht der melodiösen Lende letztendlich eine harmonische Liedelei zu gebähren.
Während ich also zuhause sitze, vor Unverständnis über den vergangen Telefon faux-pas sinniere und auf ein Zeichen von positivem Lebensglück warte, kann ich mich nur an den Singsang des betrunkenen Grillvolkes anlehnen. In einem bösartigen Watschen, das mir Mütterchen Schicksal öfters mit roher Ignoranz für meine feinfühlige Natur aufs Gesicht zauberte, kommen schönes Wetter und Menschen, die ihr Haus auf der Suche nach Feuer verlassen, immer in einem hübsch geschnürten Paket. Ich weiß also nie so Recht, ob ich freudig den Sommer begrüßen, oder mich über die Nebenwirkungen echauffieren sollte. Wenn die Temperaturen gefährlich dem Siedepunkt sich anzunähern schicken, kann man sich ohnehin mit Lust am Sein des Echauffierens beherrschen und die fünfe Grade sein lassen. Welche Fünfe das sind, wird nicht genau verraten. Der Fünfe gibt es Finger, diese allerdings den ganzen Tag in einer geraden Position halten zu müssen geht auf die Gelenke und in der unbeleuchteten, spinnenbehangenen Ecke kichert schon diabolisch die Arthritis.
Besagte Zeitgenössen haust, wie ich glaube, ohnehin schon in meinem linken Zeigefinger. Dieser ist vom dauernden Pakete kleinrupfen bereits welk geworden, versagt den Dienst und schmerzt beim Aufdrehen von Getränkeflaschen. Falls mich die Arthritis also dahin raffen sollte, ich dem Durst erliege und meine Nieren explodieren bin ich zumindest Gewiss, dass es meinem Wohlergehen geschuldet war. Ich kann nämlich keinen Grill nach draußen schleppen, selbst wenn ich wollte. Diese Facette der menschlichen Experience entzieht sich meinem Horizont auf schelmische Weise immer wieder, weshalb mich im inneren der Neid auf draußen grillfrohe Zeitgenossen zerfrisst. Niemand sollte in einer Welt leben müssen, in der Gelenkschmerzen einen Menschen hindern, ein Mensch zu sein! Befreit euch von den Ketten des Verfalls, singt drinnen fröhliche Lieder und zündelt was die Zündelhölzer hergeben. Was nicht heißen soll, dass ich dazu aufrufe Gebäude abzufackeln, das wäre sicherlich garstig und sollte im Optimalfall vermieden werden, die Ozonschicht leidet bereits unter brennendem Regenwald und Kühen, die Methangas flatulieren.
Schuld ist natürlich die Konsumgesellschaft. Nirgends werden soviele Kühe konsumiert und gepflegt wie in der Konsumgesellschaft. Früher kannte man nur Kühe vom Lande und in der Stadt standen alte Menschen und verpesteten die Luft mit griesgrämigem Kriegsgelaber. Wenn ich also unverhohlen, wie ich mich gern gebe, einmal an alle Kühe denke, die auf den Grills der Grillgesellschaft vor sich hinschmoren, Kohlendioxid an die Luft abtreten und pre mortum noch furzend auf der Weide standen, ergibt sich für mich ein Bild des Leids, des Schocks, des ungebremsten empörtseins wie es nur Politiker kennen müssen. Wer grillt, killt. Die Welt. Dass die beiden Worte derart gleich klingen kann also kein Zufall sein, es kommt nur zusammen was von je her zusammengehörte.
Ich sehe dem Unheil, dass an der Welt verbrochen wird von drinnen zu und rufe hinaus:
"Nein! Nicht die schöne Erde! Sie ist doch noch so jung und schön!",
aber niemand will mich hören. Da wir wissen, dass das Universum 13,7 Milliarden Jahre alt ist, die Erde aber nicht, wissen wir, dass die Erde noch relativ jung ist, ergo ist sie auch schön, wurde sie doch dem ergreisen noch nicht ausgesetzt und widersetzt sich auch erfolgreich all den wundersam riechenden alten Mensch die auf ihr Leben. Würden Rentner auf unserem Rücken stehen und sich ohne unterlass beschweren, warum denn immerwieder junge Menschen auf ihrem Rasen spielten, wären wir vor Gram bereits ins letzte Trimester unserer Lebensspanne geflutscht. Nun sitze ich also drinnen, halte die Unholde nicht von ihrem bösen Treiben ab, kann aber behaupten, dass ich als ängstliches Würstchen mit Mitbewohnerin Arthritis auch nich teilnehme an der Zerstöung unseres Lebensraums. Vielleicht verdienen mehr Deutsche im Sommer Anrufe von unbekannten Menschen, die sie in Trauertäler von Selbstzweifel stürzen, was hieße, sie täten das Haus nicht verlassen und die Welt in den Abgrund grillen. Ich bin dafür, dass Bund und Länder für weitere Studien Fördergelder bereit halten und sich neben dem Umstieg auf grüne Energie auch meine Idee einmal anhören sollten. Die falsch Verbundenen der Nation gehören als das gefeiert, was sie sind: Helden der Neuzeit. Unsere Kinder werden es ihnen danken.
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